Orgel im Seitenschiff des Doms zu Riga
Der Rigaer Dom besitzt mit seiner romantischen Walcker-Orgel eines der bedeutendsten historischen Instrumente des Baltikums. Seit vielen Jahren gibt es Bestrebungen, die Orgellandschaft Rigas um ein weiteres bedeutendes Instrument zu ergänzen: eine Barockorgel nach dem Vorbild der Instrumente von Heinrich Andreas Contius (1708–1795), der als einer der bedeutendsten Orgelbauer des 18. Jahrhunderts im Baltikum gilt.
Bereits 2007 entwickelte die renommierte Orgelbauwerkstatt Kristian Wegscheider aus Dresden einen entsprechenden Entwurf für den Rigaer Dom. Vorgesehen war eine Barockorgel im Seitenschiff des Doms, die sich stilistisch an den Instrumenten von Contius orientiert. Das Vorhaben konnte damals aus finanziellen Gründen nicht verwirklicht werden. Nachdem die ursprünglich für die Petrikirche geplante Rekonstruktion einer Orgel von 1734 zunächst nicht zustande kam, wurde die Idee für den Rigaer Dom wieder aufgegriffen.
Die geplante Orgel wird von der Werkstatt Wegscheider in Dresden realisiert. Bereits bei der Konzeption des Projekts wirkten lettische Fachleute mit; auch lettische Orgelbauer sollen an der Herstellung beteiligt werden. Domverwaltung und Kirchengemeinde engagieren sich ebenso für die Finanzierung wie Unterstützer in Deutschland und Lettland.
Eine besondere Form der Unterstützung sind Patenschaften für einzelne Orgelpfeifen. Förderer können entsprechend dem Dispositionsschema eine oder mehrere Pfeifen auswählen. Bei Pfeifen ab einem bestimmten Spendenbetrag kann der Name des Förderers eingraviert werden; außerdem werden die Namen auf einer Tafel in der Kirche festgehalten und mit einer Patenschaftsurkunde gewürdigt.
Konzerte, Vorträge und weitere Veranstaltungen in Lettland und Deutschland begleiten das Vorhaben. Die neue Barockorgel soll nicht nur das musikalische Leben des Rigaer Doms bereichern, sondern auch den internationalen Austausch zwischen Organisten, Orgelbauern und weiteren Fachleuten fördern. Zugleich knüpft sie an die reiche historische Orgeltradition des Baltikums an und macht diese in zeitgemäßer Form wieder erlebbar.

Dom zu Riga, 2020. Quelle: Wikimedia, Autor: Juriskraulis, CC-BY-SA-4.0
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(Für Spendenbescheinigungen bitte Namen und Adresse angeben)