Wer wir sind und was wir wollen

Es gibt viele Gründe, sich für den Erhalt des baulichen Erbes im Baltikum einzusetzen. Allem voran ist die gemeinsame Geschichte der Deutschbalten mit den Völkern Estlands und Lettlands zu nennen. Somit dient jedes Engagement in dieser Sache auch der Völkerverständigung.

Die Akteure in unserem Verein Baltische Baudenkmäler und dem um ihn herum gewachsenen Netzwerk sind tief beeindruckt von der Schönheit von Denkmälern, Kirchen, Guts- und Herrenhäusern, von Rathäusern und anderen öffentlichen Gebäuden. Jede Restaurierung schlägt den Bogen von der geschichtlichen Bedeutung zur Gegenwart, denn ein zentrales Anliegen des Vereins ist, Gebäude wieder für die Bevölkerung nutzbar zu machen. Deswegen hat sich der Verein für seine Arbeitsabläufe verpflichtet, alle Schritte eng mit den örtlichen Akteuren abzustimmen. Darüber hinaus ist jedes erfolgreich abgeschlossene Projekt ein Kleinod und Teil der Sehenswürdigkeiten im touristischen Angebot der jeweiligen Regionen. Mag unser Engagement aus finanzieller Sicht nicht sonderlich groß erscheinen, so wollen wir aber Sprachrohr der Gemeinden sein und Interesse und Freude an der Unterstützung einer guten Sache wecken. Machen Sie gerne mit!

Die Gründung hatte eine spannende Vorgeschichte in Tartu (Dorpat), wie Sie weiter unten nachlesen können. Und Sie lesen von den vielen gelungenen Restaurierungen in all den Jahren. Der Anstoß kam immer wieder aus dem Kreis der Mitglieder – und bis heute finden sich engagierte Sponsoren solcher kulturhistorisch bedeutsamen Sanierungen. Außerdem beherrschen Experten im Verein, Anträge für solche vom Volumen her umfangreichen Projekte bei staatlichen Stellen in Deutschland oder Europa zu stellen. Eine bedeutende Grundlage dafür bietet beispielsweise ein Passus im Bundesvertriebenengesetz.

Bildtext (v. li.):

Leitfaden des Vereins Baltische Baudenkmäler e. V.

Der Verein Baltische Baudenkmäler hat sich Leitlinien für die Auswahl und das Management von Projekten bis hin zu einem erfolgreichen Abschluss gegeben.

Oberstes Ziel des gemeinnützigen Vereins ist, zur besseren Verständigung mit den baltischen Völkern beizutragen. Die Arbeit dient ausschließlich kulturellen und wissenschaftlichen Zwecken. Projekte sollen ausdrücklich mit Einverständnis der in den Heimatländern dafür zuständigen Gremien und Behörden ausgewählt und mit ihnen abgewickelt werden.

Der Verein regt selbst Projekte an, greift Vorschläge für Projekte auf und recherchiert die Ausgangslage und Perspektiven für jedes Vorhaben. Er verfügt selbst nur über geringe Mittel aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden, die unterstützend für die Projektarbeit eingesetzt werden können. Vorrang hat daher das Ziel, Drittmittel einzuwerben, vor allem aus privaten Quellen (projektgebundene Spenden) oder aus öffentlicher Förderung (europäische, deutsche, estnische oder lettische Fördertöpfe). Besondere Bedeutung haben Mittel aus dem Bundesvertriebenengesetz. Das sieht in Paragraf 96 ausdrücklich vor: „Hilfen zur Sicherung und Erhaltung deutschen Kulturguts der historischen Siedlungsgebiete im östlichen Europa“. Grundsatz ist: Ohne eine realistische Finanzierungsperspektive sollen keine neuen Projekte begonnen werden.

Ziele sind, historische Gebäude zu sichern, zu restaurieren und für eine Neu- oder Weiternutzung herzurichten. Besonderheiten dabei sind hohe Investitionskosten, lange Laufzeiten, in der Regel viele Beteiligte und die öffentliche Relevanz der Vorhaben. Es gilt, im Controlling die drei Dimensionen Qualität, Zeit und Kosten auszubalancieren, die sich gegenseitig beeinflussen.

Entsprechend der Satzung ist der Vorstand für die Prozesse verantwortlich, benennt aber jeweils einen Projektverantwortlichen, der im weiteren Verlauf „den Hut aufhat“. Das ist in der Regel ein Mitglied des Vereins oder ein verantwortlicher Vertreter vor Ort, der das Projekt durchführt.

Zwingend für die Aufnahme eines Projektes ins Portfolio des Vereins ist die positive Antwort auf diese Frage: „Unterstützen die örtlich Betroffenen oder Zuständigen in den baltischen Staaten die Durchführung des konkreten Projekts? Start also nur im Einvernehmen mit den örtlichen Akteuren, Gremien und Behörden!

Wenn Ihnen kulturelle Projekte im Baltikum – vor allem in Estland und Lettland – wichtig und bedeutsam erscheinen, dann sind Sie bei uns genau richtig. Wir fördern seit fast drei Jahrzehnten die alten Kirchen und Pastorate, pflegen Friedhöfe und kulturelle Institutionen, errichten Denkmäler und stehen dabei in gutem Kontakt mit Esten und Letten, die als lokale Organisatoren die geeigneten Handwerker beauftragen und stets auch den Denkmalschutz einbeziehen.

Machen Sie mit - als Mitglied in unserem Verein!

Wie so oft liegt ehrenamtliches Engagement vor der Gründung eines Vereins. So war es auch bei unserem. Der in Riga geborene Unternehmer Patrick von Glasenapp hatte im Jahr 1992 eine Reisegruppe der Baltischen Ritterschaften in Dorpat geführt und für die Wiederherstellung der Steinbrücke in Tartu (Dorpat) begeistert. Viele Bürger und Politiker hatten ihre Unterstützung zugesagt, aber die notwendigen und mehrfach beantragten Mittel der Europäischen Gemeinschaft blieben aus, denn Estland war noch nicht EU-Mitglied. Nach 2004 fehlte dann die Grundlage für das Projekt: Rein aus verkehrstechnischen Gründen war der Neubau der von den Sowjets abgerissenen Steinbrücke schlicht nicht mehr notwendig.

Vereinsgründung

Die Idee, Baudenkmäler im Baltikum zu erhalten, war damit aber geboren. Bald nach Glasenapps frühem Tod wurde der Verein - ganz in  seinem Geiste - zur Förderung Baltischer Baudenkmäler aus  der Taufe gehoben und mit den bereits vorhandenen Spendenmitteln ausgestattet.
Es gibt viele Gründe, sich für den Erhalt des baulichen Erbes im Baltikum einzusetzen. Allem voran ist die gemeinsame Geschichte der Deutschbalten mit den Völkern Estlands und Lettlands zu nennen.
Viele Akteure im Verein und dem gewachsenen Netzwerk heben die kulturelle Bedeutung alter Denkmäler, Kirchen und anderer Gebäude hervor. Begleitet wird das vom Wunsch, sie wieder der angemessenen Nutzung durch die heimische Bevölkerung zuzuführen. Anders als in Sowjetzeiten werden Kirchen nicht mehr als Speicher für Korn und Düngemittel missbraucht, sondern sie sind wieder Andachtsort in Gottesdiensten, bei Taufen, Trauungen und Aussegnungen. Mag unser Engagement aus finanzieller Sicht nicht sonderlich groß erscheinen, so wollen wir aber doch Sprachrohr der Gemeinden sein und Interesse und Freude an der Unterstützung einer guten Sache wecken.

Hier Beispiele aus dem Bündel abgeschlossener und fortlaufender Projekte

Die Johanniskirche in Tartu (Dorpat) – Terrakottaköpfe

Unter der Leitung des langjährigen Vorsitzenden Nils Hollberg begann die aufwendige Restaurierung in Tartu (Dorpat), wo die alte Johanniskirche wieder als sakraler Ort der Universität und des Treffner-Gymnasiums dienen kann. Vor mehr als einem Jahrhundert war ein umlaufender Fries an der Außenwand der Kirche mit Terrakottaköpfen von Gemeindemitgliedern geziert worden. Da unglasiert, waren sie verwittert, hatten auch durch Vandalismus Schaden gelitten und sollten neu entstehen. Die Denkmalpflege befürwortete dieses Projekt, Nils Hollberg startete eine große Spendenaktion, der sich nicht nur Estländer anschlossen, sondern viele Deutschbalten. In Eve Alttoa fand Nils Hollberg eine großartige Künstlerin, die anhand von Fotos ihres Mannes Kaur Alttoa und anderer Vorlagen die Köpfe neu erstehen ließ.

Die Johanniskirche in Tartu – Gedenktafeln

Großes Interesse weckte auch das Projekt Gedenktafeln für verstorbene Mitglieder der Kirchengemeinde. Dies sind Bronzeplatten in den Größen 40 x 30 cm oder 40 x 60 cm (Breite x Höhe), auf die in einem handwerklich ursprünglichen Verfahren die Namen und Daten der Verstorbenen in geformten Sand gegossen werden. Im Jahr 2013 wurden die bisher letzten Platten in der Kapelle auf der Südseite der Johanniskirche befestigt. Die Wand der Gedenktafeln bietet noch rund zwei Quadratmeter freien Platz.

Die Marien-Magdalenen-Kirche, Koeru

Gleichfalls in Estland, nördlich von Tartu, liegt Koeru mit seiner Marien-Magdalenen-Kirche, wo seit Jahrzehnten eine Altarwand, die Caspar v. Wrede im Jahr 1645 gespendet hatte, an einer Wand des Altarraums lehnte. Die Familie v. Mickwitz und der Familienverband der Hoffmann von Sangershausen sammelte über Jahre hinweg Unterstützer und Geldbeträge, um die Restaurierung der beiden Bilder (Abendmahl und Golgatha) und des Rahmens auf den Weg zu bringen. Dadurch angeregt, fasste die Kirchengemeinde den Beschluss, auch den stellenweise morschen Boden des Chorraums zu renovieren, während das Altarbild von Spezialisten restauriert wurde. Erleichtert wurde die gesamte Aktion auch durch den finanziellen Beitritt des estnischen Staates, der 75 Prozent der Restaurierungskosten des registrierten Denkmals – mithin 31.000 Euro - übernahm.
Für Deutschbalten besonders interessant ist der Friedhof von Koeru mit Grabsteinen aus einer schon lange vergangenen Zeit, etwa mit Namen wie v. Baer, v. Wrangell, v. Benckendorf, v. Wrede, v. Knorring, Hoffmann, v. Bremen und v. Baranoff. Unter den deutschen Pastoren, die bis zum 20. Jahrhundert das geistliche Amt innehatten, wird Pastor Heinrich Ferdinand Hoffmann (1846 – 1891) hervorgehoben, der für eine geordnete Grundlage der Dorfschule und für die Vergabe von Familiennamen der Bevölkerung gesorgt hat.

Kirche und Pastorenhaus Kuusalu

Im Norden Estlands, nur rund 30 Kilometer von der Küste entfernt, liegt das Dorf Kuusalu (Kusal), dessen Laurentius-Kirche und das historische Pfarrhaus beide unter Denkmalschutz stehen. Der Familienverband Kentmann blickt auf mehrere Generationen von dort tätigen Pastoren zurück und hatte es sich schon im Jahr 2010 zur Aufgabe gemacht, das im Jahr 2006 schadhaft gewordene Geläut zu ersetzen. Als die Anschubkosten von 10 Prozent der kalkulierten Gesamtsumme von 36.000 Euro erreicht waren, konnte der Antrag beim EU-Programm zur Förderung der dörflichen Strukturen gestellt werden. Damit war es möglich, einer Glockengießerei in Deutschland und estnischen Firmen für die Renovierung des Glockenstuhls die Aufträge zu erteilen.
Zum 1. Advent des Jahres 2010 erklangen die neuen Glocken und gaben Professor Albrecht Rost als Sachwalter des Kentmannschen Familienverbands das Signal für ein großes kirchenhistorisches Werk: die Transkription der Kirchenchronik von 1837 bis 1914 sowie von 1914 bis 1940. Besonders hervorzuheben ist die Übersetzung des Textes in die estnische Sprache, denn dadurch haben die Esten weit über die Grenzen des Dorfs hinaus einen Einblick in Kirchen- und Landesgeschichte in einem Zeitraum von für Estland sehr bedeutsamen 100 Jahren. Fast zeitgleich mit der Fertigstellung dieses Werkes brach im April 2014 ein Brand im historischen Pfarrhaus aus, vernichtete den Dachstuhl und große Teile des Innenraums. Der Verein zur Förderung der Baltischen Baudenkmäler, der heute schlicht Verein Baltische Baudenkmäler heißt, steht seither vor der großen Aufgabe, die finanziell tragbaren Teile des Gesamtvolumens von rund einer halben Million Euro mit der Laurentius-Gemeinde und dem Pastor der Kirche Stück für Stück zu vereinbaren und deren materielle Ausführung zu beobachten.
Um die estnische Öffentlichkeit für den Erhalt von Kirche und Pfarrhaus zu interessieren, beschloss der Familienverband der Kentmanns mit dem Leiter der Kirchengemeinde die Errichtung eines Denkmals für einen in der Sprachgeschichte des Landes wichtigen Pastor: Eduard Ahrens. Besonders erfreulich ist aus meiner Sicht, dass Anregung und Projektleitung eine fast rein estnische Angelegenheit waren und der Verein Baltische Baudenkmäler trotzdem nicht nur finanzierend, sondern auch beratend eingeschaltet wurde.
Kooperationen dieser Art zeigen eindrucksvoll das Zusammenwirken von Deutschbalten mit der einheimischen Bevölkerung und damit auch die Wiederbesinnung auf teilweise mehr als 500 Jahre gemeinsamer Geschichte.

Die Landeswehr-Denkmäler in Riga und Incukalns (Hinzenberg)

Bereits im Jahr 2001 hatte sich das Vereinsmitglied Dr. Gerhard Mietens für die Wiederherstellung des ursprünglich im Jahr 1929 errichteten und nur wenige Wochen später von lettischen Nationalisten gesprengten Landeswehr-Gedenksteins eingesetzt. Der Landeswehrverein schuf ein neues Denkmal aus mächtigem Findling und Namensplatten aus Granit, das bis zur Besetzung Rigas durch die Rote Armee Bestand hatte. Die Finanzierung der Maßnahme – die Verklammerung der Bruchstücke mit sicherer Aufrichtung - trug maßgeblich der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK), und ganz bewusst verzichtete man damals auf die Neuschaffung der Namensplatten.
Im Jahr 2009 wurde Dr. Mietens ein weiteres Mal für das Denkmal aktiv und beauftragte einen Architekten mit der Planung von geeigneten Gedenksteinen, auf welchen die eingravierten Namen der rund 300 Gefallenen und der später ihren Verletzungen Erlegenen sichtbar sein sollten. Der Verein Baltische Baudenkmäler sammelte Gelder in der Gemeinschaft der Deutschbalten, auch die Vereinigten Kurländischen Stiftungen trugen bei und schließlich konnte im Jahr 2012 das komplettierte Denkmal eingeweiht werden.
Besonders erfreulich ist, dass seit dem Jahr 2016 Dr. Lauris Rasnacs aus Riga zum jährlichen Gedenken der Befreiung Rigas am 22. Mai dorthin einlädt und auch Gäste aus Deutschland an diesen Gedenkfeiern teilnehmen.
Dr. Rasnacs kam erstmals im Jahr 2014 auf den Verein zu mit einem Projekt, das die Errichtung eines Gedenksteins für die Gefallenen der Baltischen Landeswehr im ersten größeren Gefecht am 13.12.1918 in Hinzenberg (=Incukalns) beinhaltete. Als Rechtsanwalt konnte er konfliktfrei die Verhandlungen mit der Gemeindeverwaltung führen und einen ausgezeichneten Platz für den Stein auf einer dafür geschaffenen Freifläche zwischen hohen Bäumen finden. Im Hintergrund befindet sich das ehemalige Postgebäude, in dem eine Lehrerin ein Museum aufbaut. Schülergruppen, die das Museum besuchen, werden zum Gedenkstein geführt und angemessen instruiert. Die Errichtung des Gedenksteins in Hinzenberg fand im Mai des Jahres 2016 statt und die feierliche Einweihung im Rahmen der Domus-Rigensis-Tage am 3. Juli 2016 folgte unter starker Teilnahme der Bevölkerung.

Die Begräbnisse in Sunakste (Sonnaxt)

Wer im futuristischen Bau der Lettischen Staatsbibliothek in Riga bis ganz nach oben geht, wird dort auch Erinnerungsstücke aus dem Leben des Pastors und Wissenschaftlers Gotthard Friedrich Stender finden. Große Berühmtheit erlangte er mit einem begehbaren Globus, den er für den dänischen König Friedrich V. baute. Eine Kopie ist heute noch in einem Gartenhaus von Schloss Gottorf in Schleswig zu besichtigen und zu begehen. Für Kurland erreichte er größte Bedeutung mit der kongenialen Unterlegung deutscher Volks- und Kirchenlieder durch lettische Versdichtung. Gewissermaßen begleitend dazu entstand ein lettisches Lexikon mit Grammatik. Sein Grab liegt auf dem alten Friedhof von Sonnaxt (Sunakste) recht nahe bei einem Grabmal der Angèle Bsse. Behr. Der weinende Engel auf diesem Grabmal war durch Vandalen weitgehend zerstört worden und musste zum 200. Geburtstag Stenders grundlegend restauriert werden. Finanzielle Hilfe leisteten der Familienverband der Barone Behr und ein Spender aus Heide/Holstein. Die technische Umsetzung vermittelte Dr. h.c. Imants Lancmanis, dessen Bildhauer und Restaurator im Keller von Schloss Ruhenthal (Rundale) eine umfangreiche Werkstätte betreibt. Ein Besuch am 26. Juli 2018 zeigte den Engel noch marmorhell und unbeschädigt.

Die Trinitatiskirche in Libau

Nachdem der Verein bereits im Jahr 2015 ein kleines Projekt im Innenbereich der Trinitatiskirche von Libau erfolgreich abgeschlossen hatte, wurde uns 2017 eine umfangreichere Aufgabe angetragen: Die Kirche wird einer kompletten Restaurierung der Außenhaut unterzogen, wobei die Baltischen Baudenkmäler die Restaurierung der Türen übernommen haben.
Ein Begleitziel dieses Projekts sollte die totale Öffentlichkeit der Restaurierung sein. Die Türen wollte der Trinitatis-Fonds Libau nacheinander vor Ort bearbeiten lassen, um Besuchern Einblick in die Wiederherstellung zu geben. Das erwies sich auf Grund der Schäden am Holz als undurchführbar; stattdessen wurden die Türflügel einzeln entnommen und mit dem jeweiligen Oberlicht zur Wiederherstellung in die Werkstatt gebracht.
Seit 2007 ist diese Kathedrale die Residenz des Bischofs der evangelisch-lutherischen Kirche Lettlands in Liepāja. Sie bildet das geistliche Zentrum der Diözese Liepāja und ist ein Ort der Einkehr für die lettische und die deutsche evangelisch-lutherische Gemeinde sowie für Einwohner und Gäste der Stadt.
Diese Restaurierungsmaßnahme übersteigt die finanziellen Möglichkeiten des Vereins, weshalb hierfür erstmals öffentliche Mittel beantragt wurden, damit die Arbeiten im Januar 2019 beginnen konnten. Gerade hier ist die weitere Unterstützung aus der deutsch-baltischen Gemeinschaft notwendig und sinnreich.

Das Pastorenhaus in Kandau

Ein weiteres Projekt in Kurland wurde an uns herangetragen: die Kirche von Kandau (Kandava) soll eine neue Orgel erhalten. Bei einem Gespräch mit Organistin und Gemeindevertretern 2018 sollten der Umfang und die prognostizierbaren Kosten der Maßnahme festgestellt werden. Dabei erwies sich die Reparatur des maroden Daches des Pastorenhauses als weit dringlicher. Der Verein leistete mit einer Zahlung von 5.000 Euro Soforthilfe, sodass Handwerker und Mitglieder der Kirchengemeinde den Dachstuhl reparieren und das Dach ersetzen konnten. Mit Pastorin em. Waltraut Osterlad hat Kandau eine großzügige Fürsprecherin, die als Mitglied des Vereins dieses Projekt begründete und mit Begeisterung unterstützt. Alte Erinnerungen wurden zu neuem Leben erweckt.

Die Balten-Denkmäler

Dauerhaft gepflegt werden die auf den Friedhöfen Langeoog und Schliersee erbauten Balten-Denkmäler. Den Dünenfriedhof von Langeoog hatte über viele Jahre hinweg Helmut Baron v. Schilling unter großem persönlichen Aufwand gepflegt; dabei wurde er von zahlreichen deutsch-baltischen Freunden, auch von unserem Mitglied Prof. Herbert Prenzlau unterstützt. Heute bezahlt der Verein jährlich 300 Euro für die gärtnerische Pflege. Das integrierte Balten- und Landeswehrdenkmal auf dem Friedhof Westenhofen in Schliersee wird durch den früheren Vereinsvorsitzenden Michael von Grotthuss persönlich gepflegt.