Der Vorstand

Klaus Bockslaff

Klaus Bockslaff (Jg. 1952) ist Vorsitzender des Vereins. Er ist der Enkel des Rigaer Architekten Wilhelm Bockslaff, dessen Wirken in der Stadt noch vielfach bewundert werden kann (Lettische Kunstakademie, Hotel Neiburg, Dänische Botschaft). In Mālpils erinnert ein Denkmal an ihn. Wilhelm Bockslaff befasste sich vor allem mit der Rekonstruktion historischer Bauten wie des Schlosses Groß-Roop in Straupe.

Klaus Bockslaff fühlt sich diesem Erbe verpflichtet. Da lag es nahe, den Vorsitz zu übernehmen und sich nun ebenfalls für den Erhalt von Kulturdenkmälern im Baltikum zu engagieren. Er fasst diese Arbeit im Kern als einen Beitrag zur Völkerverständigung auf.

Der Jurist war langjährig in leitenden Positionen in der Versicherungswirtschaft (Vorstand der Schleswig-Holsteinischen Brandgilde, Direktor der Abteilung Risikomanagement der R+V-Versicherung). Später arbeitete er als Senior Manager bei Arthur Andersen und Ernst & Young.

Er ist Gründer der Verismo GmbH (Küsnacht / Haßloch) und deren langjähriger geschäftsführender Gesellschafter. 2018 hat er die Verismo mit der Continis AG (ursprünglich Götsch AG), Zürich fusioniert und 2024 an seinen langjährigen Geschäftspartner verkauft.

Klaus Bockslaff ist Experte für Risiko-, Kontinuitäts-, Notfall-, Sicherheits- und Krisenmanagement-Systeme. Mit der Verismo Academy bietet er anerkannte Seminare zu all diesen Themenbereichen an. Zu seinen Kunden zählen viele große Unternehmen aus Deutschland und der Schweiz.

Neben seiner Tätigkeit in unserem Verein ist er in Tartu als Mitglied des Stiftungsrates von Domus Dorpatensis tätig und vertritt damit unseren Verein als Vertreter der Gründer.

Er ist in zweiter Ehe verheiratet mit Anna Regula Bockslaff Stokar von Neuforn. Er hat zwei Töchter aus erster Ehe und zwei Stiefkinder aus der ersten Ehe seiner Frau. Insgesamt hat er heute fünf Enkelkinder. Er lebt in Küsnacht bei Zürich und in Haßloch/Pfalz

Dr. Klaus Wittmann

Dr. Klaus Wittmann (Jg. 1946) ist stellvertretender Vorsitzender und Schriftführer des Vereins. Seine Familie hat tiefe Wurzeln im Baltikum. Von 1740 bis 1762 war Adam Hinrich Schwartz, Wittmanns fünfmaliger Urgroßvater mütterlicherseits, Bürgermeister von Riga. „Ich bin in Lübeck geboren, damit umfasst meine Familiengeschichte beide Pole des Mare Balticums.“

Seit der Wiederherstellung der Eigenstaatlichkeit 1992 ist der Brigadegeneral a. D., der an der Universität Hamburg in Geschichte, Politik und Soziologie promovierte, in allen drei baltischen Staaten gefragter Partner, anfangs vor allem in sicherheitspolitischen Themen. Im Laufe der Jahre vernetzte er sich mit etlichen Organisationen, die deutsch-baltische Geschichte und Kultur in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen.

Er ist unter anderem aktiv im Vorstand der Carl-Schirren-Gesellschaft, engagiert sich in anderen Vereinen unter anderem für die gotische Johanniskirche in Tartu. Mit einem eigenen Förderverein ermöglicht er den Bau einer „Bach-Orgel“ im Dom zu Rīga als barockes Gegenstück zur berühmten romantischen Orgel dortselbst. Dieses Netzwerk kommt seiner Arbeit im Verein Baltische Baudenkmäler zugute, wo er der jahrzehntelangen Arbeit von Michael von Grotthuss als Vorsitzendem großen Respekt zollt. Von Grotthuss schied 2025 aus dem Vorsitz aus.

„Ich habe mich für die Offizierslaufbahn entschieden, weil ich dessen Vielseitigkeit im Auge hatte“, sagt Klaus Wittmann. Er war unter anderem Kommandeur der Panzerbrigade 14 „Hessischer Löwe“ in Neustadt (Hessen), leistete militärpolitische Arbeit im Verteidigungsministerium und bei der NATO . Von 2000 bis 2005 war Klaus Wittmann für die Lehre an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg und anschließend am NATO Defence College in Rom verantwortlich.

Nachdem er 2008 bei der Bundeswehr ausgeschieden war, verband er all diese beruflichen Erfahrungen mit dem Baltikum. 2009 evaluierte Klaus Wittmann an der Baltischen Verteidigungsakademie (BALTDEFCOL) in Tartu die akademischen Programme und Prüfungsstandards, was dort zu umfassender Reform führte.. Seit 15 Jahren arbeitet er als Lehrbeauftragter für Zeitgeschichte am Historischen Institut der Universität Potsdam und vermittelte im Jahr 2026 Studierenden Aufenthalte an der Uni in Tartu. Als Publizist wirbt Klaus Wittmann für eine „beherztere Unterstützung der Ukraine, da sie mit ihrem Kampf auch unsere Freiheit schützt.“

Abschließend hebt er sein Engagement in der evangelischen Kirche hervor - von der eigenen Gemeinde bis hinauf zur Synode der EKD. Er war Mitautor der Friedensdenkschrift von 2007, die erst unlängst frisch aktualisiert wurde.

Friedger von Auer

Friedger von Auer (Jg. 1945) ist stellvertretender Vorsitzender und Schatzmeister des Vereins. Seine Familie hat tiefe deutsch-baltische Wurzeln im Baltikum. Seine Eltern lebten vor dem Krieg in Estland. Schon deswegen fühlt er sich bis heute mit der Kultur der Deutschbalten eng verbunden.

Von Auer war von 2015 bis 2024 Vorsitzender des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen der Deutsch-Baltischen Landsmannschaft, nachdem er zuvor bereits Mitorganisator der deutschbaltischen Bezirksgruppe Bonn war. Zentrale Impulse für sein ehrenamtliches Engagement zog er aus zwei Vorträgen, die ihn fasziniert haben.

2011 stellte Nils Hollberg als Gast der Bezirksgruppe den von ihm mitgegründeten Verein Baltische Baudenkmäler vor. Im selben Jahr hat Patrik von zur Mühlen, Historiker bei der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn, einen Vortrag über Herrenhäuser im Baltikum gehalten, den von Auer als sehr schön in Erinnerung behalten hat. 2012 entschied er sich, dem Verein beizutreten und ist seitdem dessen Schatzmeister.

Im Laufe der Jahre ist eine seiner zentralen Erkenntnisse, dass das Interesse an den deutschen Baudenkmälern im Baltikum ganz allgemein groß ist. Sie sind ein Stück Kultur der Deutschbalten. Er ist überzeugt: „Sie zu erhalten und auch für die Zukunft nutzbar zu machen, ist ein berechtigtes und unterstützungswürdiges Anliegen – der Verein Baltische Baudenkmäler kann hierzu einen Beitrag leisten.“ Er sieht darin letztlich einen entschiedenen Beitrag zur Völkerverständigung.

Friedger von Auer ist in Grömitz/Ostsee geboren. Er wurde Jurist, war zuletzt tätig als Referatsleiter im Bundesministerium für Gesundheit, zuständig für die Gesetzgebung zu Qualität und Sicherheit von humanbiologischen Arzneimitteln, wie Blut, Gewebe und Impfstoffe. Seit 2010 ist er Pensionär. Er ist verheiratet und hat eine Tochter. Zwei Enkelkinder sind seine große Freude.